Jahresbericht 2021

Liebe Mitglieder, liebe Spenderinnen, Spender und Freunde,

ein ereignisreiches Jahr geht zu Ende, ein Auf und Ab, geprägt von Coronabeschränkungen hier bei uns, aber erheblich schlimmeren Folgen für die Kinder und ihre Familien in Uganda.

Nur von Mai bis Juni war ein Schulbesuch möglich, das waren ganze sechs Wochen seit Coronabeginn im März 2020. Dann hat die Regierung in Uganda wieder harte Einschränkungen erlassen, und so kann voraussichtlich erst ab Ende Januar 2022 wieder Unterricht stattfinden. Besonders die Kinder leiden darunter: keine Schulverpflegung, keine Beschäftigung, die Enge der Behausung, kein Spielzeug und immer die Not mit der kargen Ernährung.

Seit März 2020 sorgt der MATOKE e.V. regelmäßig mit Lebensmittelausgaben dafür, dass der schlimmste Hunger gestillt wird. Dank der Spenden war es möglich, für über 20.000 Euro Grundnahrungsmittel zu beschaffen und monatlich an die Kinder auszugeben. Mit einem Minigehalt von etwa 25 Euro pro Monat konnte auch dem Lehrpersonal über die schwierige Zeit geholfen werden, da es keinerlei Sozialsystem gibt, das bei Verdienstausfall einspringt.

Alle Pläne des MATOKE e.V., die Schule zu erweitern, mussten warten, weil die Versorgung Vorrang hatte.

Mit Ludwig Watzlawik, Bauingenieur aus Brannenburg, hat der MATOKE e.V. einen kompetenten, jungen Mann mit Auslandserfahrung gefunden. Er war nach dem Erdbeben in Kathmandu am Wiederaufbau beteiligt, hat in Myanmar erste Erfahrungen in der Krankenbetreuung gemacht, in Brasilien Gastvorlesungen gehalten und ist jetzt voller Begeisterung dabei, sich ehrenamtlich um die Erweiterung der Mukisa Parent School in Uganda zu kümmern. Mit den kostenlosen Plänen der Architektin Lea Michelfeit aus München im Gepäck will Ludwig Watzlawik in drei Monaten gemeinsam mit James Turyasingura, dem örtlichen Projektbegleiter, den Schulhausbau fertigstellen und sich verantwortlich um die Kostenkontrolle kümmern. Bis zum Schulbeginn im Januar 2022 soll alles fertig sein, sodass alle Kinder mit genügend Abstand wieder zur Schule gehen können. Die frei werdenden, bestehenden Schulzimmer werden künftig für den Kindergarten genutzt, sodass mehr Kinder die Chance auf einen Schulbesuch bekommen.

Die Herzlichkeit der Menschen ist überwältigend, schreibt „Ludi“ aus Uganda. Er hat sich gut eingelebt, und in diesen Tagen wird bereits das Fundament gegraben. Am teuersten ist das Material, so kostet ein Sack Zement fast genauso viel wie bei uns. Nur die Arbeitskosten sind gering, etwa 4 bis 6 Euro je nach Qualifikation pro Mann und Tag plus Mittagessen. Dafür wurde bereits Harriet, eine Nachbarin der Schule, als Köchin engagiert, um täglich für etwa 10 bis 15 Mann auf der Baustelle ein warmes Essen zu kochen. Das besteht dann meistens aus Posho und Bohnen.

Zwanzigtausend Ziegel, in der Zeit der Schulschließung von der Schulleiterin Annet mit Jugendlichen in den Lehmgruben von Hand geformt, sind schon gebrannt und warten auf die Verbauung.

Für die vier großen, neuen Klassenzimmer mit einer offenen, überdachten Aula, den notwendigen Toilettenhäuschen sowie den Schulbänken und Pulten sind etwa 50.000 Euro notwendig. Das ist eine riesige Summe für den kleinen MATOKE Verein, fast nicht zu stemmen, aber im Vergleich zu den Baukosten in Deutschland ist die Summe verschwindend klein.

Ohne Hilfe durch Spenden wird der Schulhausbau nicht gelingen. Mit einer Spende wird nicht nur der Neubau gefördert, sondern auch die Instandhaltung der bestehenden Gebäude, die Schulgebühren für die mittellosen Kinder, die Verpflegung und die regelmäßige Bezahlung des Lehrpersonals.

Bildung ist das Grundrecht aller Kinder und deshalb besonders förderungswürdig. Wir freuen uns sehr, wenn Sie uns helfen, die Schule zu erhalten, zu verbessern und zu finanzieren.

Mit dem Benefizkonzert von Sieglinde Zehetbauer, heuer im Juli, haben wir einen ersten finanziellen Grundstein erhalten, und die EineWeltLäden Traunreut und Erding haben weitere Grundsteine gespendet.

Mit herzlichem Dank und eine gesegnete, harmonische Adventszeit
Peter Gronau, Vorstand, und Christl Gromotka, Projektleitung